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Autismus Workbook

Vier Wochen bei Reizüberflutung, für Jugendliche und junge Erwachsene

89 pages · A4 PDF

For teens

Autismus Workbook

Vier Wochen bei Reizüberflutung, für Jugendliche und junge Erwachsene

„Denk doch einfach positiver." Wenn dir das schon mal jemand gesagt hat, während du nach einem normalen Tag im dunklen Zimmer lagst und nicht sprechen konntest — dann weisst du, warum die üblichen Stresstipps bei autistischen Menschen ins Leere gehen.

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Sie zielen auf deine Gedanken. Dein Stress kommt aber von woanders: vom Lärm, der sich über acht Stunden summiert. Von der Pause, die spontan verschoben wird. Vom fünften Umschalten an einem Vormittag.

Man kann das nicht wegdenken. Man kann es nur sichtbar machen — und dann verändern.

Genau das macht dieses Workbook. Vier Wochen lang hältst du fest, was dich wie viel kostet. Und irgendwann in Woche drei siehst du es: Es ist nicht „einfach ein schlechter Tag". Es ist immer derselbe Reiz, an fast allen schweren Tagen.

Dann hast du etwas, worauf du zeigen kannst. Dir selbst gegenüber — und im nächsten Gespräch mit deiner Berufsbildnerin, deiner Ärztin oder deinen Eltern.

Und wenn du jetzt denkst: Das halte ich nie durch.

Das ist der häufigste Grund, warum solche Hefte in der Schublade landen. Deshalb ist dieses hier anders gebaut:

Fünf Minuten am Tag reichen. Zwei der sechs Module sind markiert — die zwei genügen völlig.

Für schlechte Tage gibt es den Leichttag. Drei Felder, fünf Minuten. Er tritt an die Stelle der Tagesseite, an jedem Tag, an dem du ihn brauchst. Kein Nachholen, kein Rückstand.

Du musst nicht 90 Seiten drucken. Der kürzeste Weg sind fünf Blätter. Eine eigene Seite sagt dir genau, welche.

Und wenn du aussteigst, gibt es eine Seite dafür. Ohne schlechtes Gewissen, mit einem Weg zurück.

Drei Dinge, die du sonst nirgends findest

1 · Der psychiatrische Notfall — nach Kanton. Für alle 26 Schweizer Kantone steht drin, welche Stelle nachts um drei zuständig ist. Einzeln recherchiert, sogar Appenzell Innerrhoden, das gar keinen eigenen Dienst führt. Die Nummern stehen dabei — im September 2026 einzeln bei den Stellen selbst geholt, und je zwei pro Kanton, weil die Kantone verschieden trennen: nach Alter, nach Region oder nach Tageszeit. Neben jeder Nummer steht trotzdem eine Linie: Nummern ändern sich, ein PDF nicht. Beim Freiburger Netzwerk standen am selben Tag zwei verschiedene auf der eigenen Website.

2 · Nachteilsausgleich, den du wirklich bekommst. Mehr Zeit, ruhigerer Raum, schriftliche Aufgaben — es gibt einen Anspruch darauf, und die meisten hören davon, wenn es zu spät ist. Drin steht: wer den Antrag stellt, wo, bis wann und womit. Auch für Gymnasium, FMS und Handelsmittelschule — in fünf Kantonen nachgeprüft, mit einer eigenen Seite zur Aufnahmeprüfung: Der Ausgleich gilt schon dort, und für die Gymnasialbildung darf das Gutachten höchstens zwei Jahre alt sein — in der Berufsbildung sind es drei. Das steht in kaum einem Ratgeber.

3 · Ehrlichkeit, wo andere behaupten. Wo ein Befund seine Grenzen hat, stehen sie im Text und nicht versteckt hinten. Wo es keine Studie gibt, steht das dabei. Und wo eine Zahl unbrauchbar ist, steht keine.

Ohne Diagnose? Genau dafür ist es auch gemacht.

Mit Diagnose, ohne Diagnose, oder seit vierzehn Monaten in Abklärung — alle drei sind gemeint, und das steht auch so im Heft. Wartezeiten von einem Jahr und mehr sind normal. Dein Alltag wartet nicht mit. Und die vier Wochen Reizlast, die du hier festhältst, sind genau die Art Beobachtung, nach der in einer Abklärung gefragt wird.

Sie kaufen es für jemanden?

Dann liegt hinten eine Seite, die Sie weitergeben können — was begleiten heisst und was nicht hilft. Aber bitte: Was hineingeschrieben wird, ist privat. Wer mitgelesen wird, schreibt ab der zweiten Woche nicht mehr ehrlich.

Wer das geschrieben hat

Jessica Yasmine Iannelli Manser, lic. phil., Psychologin FSP und Fachpsychologin Notfallpsychologie SBAP. Die Inhalte stützen sich auf aktuelle Forschung, unter anderem aus Autism, Autism in Adulthood, dem Journal of Autism and Developmental Disorders und European Psychiatry — und wo immer möglich auf Arbeiten, an denen autistische Menschen beteiligt waren.

Was du hier nicht findest: Heilversprechen, Esoterik, oder Tipps, wie du weniger autistisch wirkst.

Zur Sprache: Dieses Heft schreibt „du bist autistisch" und nicht „du hast Autismus". Wenn du es für dich anders sagst, ist das richtig so. Deine Bezeichnung gehört dir.

What you get

  • 28 Tagesseiten — sechs Module, aber nur zwei davon musst du wirklich ausfüllen
  • 4 Leichttage und 4 Wochenreviews, die zeigen, was die schweren Tage gemeinsam hatten
  • Dein Reizprofil — die Seite, die für dich spricht, wenn du gerade keine Kraft zum Erklären hast
  • Zwei Seiten zum Maskieren: wo es dich schützt, wo es umsonst kostet, und warum gerade gutes Maskieren dazu führt, dass dir niemand glaubt
  • Dreizehn Seiten für die Orte, an denen es zählt: Lehre und Betrieb · der Arbeitsalltag nach der Lehre · soll ich es sagen (Abwägung, keine Empfehlung) · Nachteilsausgleich mit Weg und Fristen · Berufsschule · Gymnasium und Fachmittelschule · Schwerpunktfach und Maturaarbeit · Aufnahmeprüfung und Probezeit · Bewerbung und Schnuppern · Freundschaft und Partnerschaft · Familie und Geschwister
  • Wenn es zu viel wird: deine eigenen Frühwarnzeichen, Shutdown und Meltdown endlich klar unterschieden, autistisches Burnout — und was andere tun sollen, wenn es passiert
  • Zwei Karten zum Ausschneiden fürs Portemonnaie, für den Moment, in dem ein A4-Blatt nichts nützt
  • Monotropismus und doppelte Empathie verständlich erklärt · Glossar · Blankovorlagen · Quellenverzeichnis

Details

Pages
89
Format
A4 PDF
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Language
Deutsch · Italiano

Also available in

Autismus Workbook

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